Eine Exkursion zu einem Landwirt und die Lebensmittel von dort am nächsten Tag in die Küche zu bringen ergibt einfach Sinn. Um diese Verbindung von der Herkunft bis zum Teller praktisch zu erfahren, haben wir den klassischen Schulalltag gegen den Biohof und die Lehrküche eingetauscht: Gemeinsam mit den Schüler:innen der Förderschule Schloss Schönefeld und der Rosa-Parks-Schule ging es für zwei Tage raus in die Praxis.

Am ersten Tag führte uns Bruno vom Friedrichs Gut über den Hof, zeigte uns die Beete, das Gewächshaus und die Lager, in denen das Gemüse frischgehalten wird. Außerdem beantwortete er geduldig alle Fragen. „Ins Tun kommen“ ist uns immer ein Anliegen, und so halfen wir Bruno dort, wo es gerade am meisten brennt. Das war in diesem Fall der Knoblauchacker, auf dem das Unkraut fleißig sprießte, bis wir ihm mit vielen fleißigen Händen Einhalt geboten. In unserer Frühstückspause gab es unter anderem Kohlrabi frisch vom Feld, der selbst diejenigen überzeugen konnte, die dem Gemüse sonst eher skeptisch gegenüberstehen. „Der Kohlrabi schmeckt ja richtig gut“, hieß es da erstaunt in der Runde. Am Ende wählten wir uns noch lila Kartoffeln, Blumenkohl, Salate und Kräuter für das Kochen am nächsten Tag aus.

An Tag zwei stand die Verarbeitung in der Küche an. Die lila Kartoffeln wurden gekocht und gestampft, der Blumenkohl kurz blanchiert und dann im Ofen gebacken, eine Bechamelsauce gekocht und für den Crunch noch ein paar Panko-Haselnuss-Brösel geröstet. Als kleine Einführung in die moderne Küche wurden dazu Onseneier bei 64 °C für eine Stunde im Wasserbad gegart. Außerdem gab es noch frischen Salat und auf Wunsch der Kinder ein selbst gemachtes Kräuter-Knoblauch-Baguette.

Wieder zeigten Schüler:innen Fortschritte, die alle überrascht haben. Ein Schüler schnitt das Baguette so präzise mit dem Messer, wie es ihm das Betreuungspersonal im Alltag niemals zugetraut hätte. Eine andere, sonst äußerst wählerische Schülerin probierte die neuen Sachen, überwand ihre Skepsis und aß plötzlich alles, was auf den Teller kam, mit Genuss. Hier hat sich wieder einmal gezeigt, wie wertvoll es ist, Heranwachsende etwas selbst tun zu lassen und so ihre Alltags- und Lebenskompetenz zu steigern. Es waren insgesamt zwei wundervolle, arbeitsreiche und genussvolle Tage.

Vielen Dank an die VNG-Stiftung, die dieses Projekt möglich macht!

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